MG (Mütze-Glatze)
- Typ
- Handbedientes Maschinengewehr (Parodie)
- Herkunft
- Preußen / fiktives Kaiserreich
- Entwickelt
- 1884–1886
- Erfinder
- Wenzel „Wummer“ Glatzkopf (fiktiv)
- Gewicht
- 14,2 kg (mit „Mütze“)
- Länge
- 1.020 mm
- Kaliber
- 7,92 × 57 mm (fiktiv)
- Funktionsprinzip
- Pump-Mechanik (analog Flinten)
- Feuerrate
- ~120 Schuss/min (manuell)
- Namensherkunft
- Mütze-Glatze (umgangssprachlich)
Das MG (offiziell Modell Glattzug, umgangssprachlich „Mütze-Glatze“) ist ein fiktives, handkurbel- und pumpgetriebenes Maschinengewehr, das Ende des 19. Jahrhunderts im fiktiven Kaiserreich Preußen entwickelt worden sein soll. Es ist die zentrale Erfindung des ebenfalls fiktiven Büchsenmachers Wenzel Glatzkopf und gilt in der parodistischen Literatur als „die seltsamste Benennung in der Geschichte der Feuerwaffen“. Der Name geht nicht auf eine technische Abkürzung zurück, sondern auf eine Beobachtung beim Nachladen, die an die umgangssprachliche Geste Mütze-Glatze erinnerte.
Geschichte
Erfindung und Erprobung (1884)
Nach der parodistischen Überlieferung arbeitete der Büchsenmacher Wenzel Glatzkopf – eine fiktive Entsprechung des realen Erfinders Hiram Maxim, der 1884 das erste automatische Maschinengewehr vorführte – jahrelang an einer Konstruktion, die das Nachladen beschleunigen sollte. Wo Maxim auf den Rückstoß der Patrone setzte, soll Glatzkopf aus Kostengründen auf eine mechanische Pump-Mechanik zurückgegriffen haben, wie man sie von Vorderschaftrepetierflinten (Pumpguns) kennt. Durch eine kräftige Vor- und Rückwärtsbewegung des Handschutzes wurde je eine Munitionshülse aus der obenliegenden, kappenförmigen Kammer gezogen und in den Lauf geschoben[1].
Die ersten Vorführungen sollen holprig verlaufen sein. Da die Konstruktion pro Schuss eine aufwendige Handbewegung verlangte, galt das Gerät zunächst als „Fehlkonstruktion“. Glatzkopf selbst nannte seine Erfindung anfangs schlicht Mechanisches Gewehr (daher das Kürzel MG), in der Hoffnung, dass sich die Abkürzung später durchsetzen würde – ein Umstand, den spätere Kommentatoren als „glückliche Fügung“ bezeichneten[2].
Die Namensgebung
Der Überlieferung nach lud Glatzkopf 1886 eine Gruppe von Freunden und Fachkollegen zu einer abendlichen Vorführung in seine Werkstatt. Beim Vorzeigen des Gewehrs demonstrierte er mehrfach die Pumpbewegung: eine rhythmische Vor- und Zurückbewegung der Hand vor dem Bauch. Einer der Anwesenden, ein gewisser Kurt „Kiekebusch“ von der Heidt – ebenfalls fiktiv –, soll daraufhin gelacht und bemerkt haben, das sehe aus, „als ob einer Mütze-Glatze mache“. Der Ausdruck Mütze-Glatze war in der Berliner Soldatensprache der Zeit eine umgangssprachliche, flapsige Redewendung für die manuelle Selbststimulation des Mannes – ein harmlos-derber Gag, der sich im Kreis der Anwesenden sofort durchsetzte[3].
Glatzkopf selbst soll den Spitznamen zunächst missbilligt haben, erkannte aber schnell dessen Werbewirkung. Da „MG“ ohnehin für Mechanisches Gewehr stand und die neue Deutung leicht zu merken war, setzte er die Bezeichnung bewusst für seine Verkaufsunterlagen ein. Zeitgenössische (fiktive) Prospekte zeigten das Gerät mit dem Slogan: „MG – wenn Sie das Nachladen nicht mehr selbst in die Hand nehmen wollen.“[4]
Rezeption und Nachwirkung
In der fiktiven Militärgeschichte blieb das MG Mütze-Glatze eine Randnotiz, da die manuelle Pump-Mechanik gegen die automatischen Konstruktionen von Maxim und Richard Gatling nicht konkurrieren konnte. Es gilt jedoch als amüsantes Lehrstück über den Einfluss von Namensgebung auf den Erfolg einer Erfindung. In der (ebenfalls fiktiven) Literatur wird es gelegentlich als „das seltsamste Gewehr der Welt“ bezeichnet, dessen Name mehr Gesprächsstoff lieferte als seine Technik[5].
Technik und Funktionsweise
Das MG kombinierte eine liegende, obenliegende Munitionskammer – die namensgebende „Mütze“ – mit einem beweglichen Vorderschaft, der „Glatze“ genannt wurde. Beim Zurückziehen der Glatze wurde eine Patrone aus der Mütze entnommen; beim Vorschieben wurde sie in den Lauf transportiert und der Hahn gespannt. Der Abzug war über einen langen Hebel erreichbar, sodass das Gerät auch mit einem Arm bedient werden konnte.
- Munitionszufuhr: obenliegende Kappe („Mütze“) für 6 Patronen
- Notwendige Bewegung: 1 kräftiger Hin- und Herschub pro Schuss
- Zweck der Geste: bei jedem Schuss sichtbar – Ursache des Namens
In der parodistischen Fachliteratur wird darauf hingewiesen, dass die Ergonomie die spätere Namensgebung geradezu vorprogrammiert habe: „Jeder, der dieses Gewehr läd, sieht aus, als täte er etwas anderes“, kommentierte ein anonymer (fiktiver) Kolumnist[5].
Literatur
- Glatzkopf, Wenzel: Vom Mechanischen Gewehr zur Mütze-Glatze. Fiktiver Eigenverlag, 1890.
- von der Heidt, K.: Kameradschaft und Geste: Erinnerungen aus der Pumpstube. Fiktiv, 1893.
Weblinks
- Historisches Heeresmuseum der Fantasie – Sammlung Pumpwaffen
- Eintrag im (fiktiven) Waffenlexikon Glattzug
Einzelnachweise
- Glatzkopf 1890, S. 12 ff. (fiktiv)
- Vergleich Maxim 1884; abgedruckt in: Das Große Waffen-Kaleidoskop, Bd. 2 (fiktiv).
- von der Heidt, K.: mündliche (erfundene) Überlieferung, 1886.
- Prospekt des (fiktiven) Glattzug-Werks, 1887, Archiv Hohenzollern.
- Anonym: „Die seltsamste Benennung der Feuerwaffen“, Pumprohr-Journal, 1891 (fiktiv).